Rating Advisory

Stefan Penka wurde von der Steuerberaterkammer zum Rating-Advisor bestellt

Für einen großen Teil der deutschen Unternehmen ist die Vorbereitung auf ein Rating Neuland. Für diese Unternehmen bietet sich ein Rating-Advisory an. Ein Rating-Advisor lässt sich vielleicht am besten mit einem Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Rating vergleichen. Als Rating-Advisor empfehlen sich zum Beispiel Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer. Ein Rating-Advisory bereitet systematisch auf das Rating vor. Bereits bei der Entscheidung für ein internes oder externes Rating kann diese Hilfe nützlich sein. Es unterstützt das Unternehmen sowohl bei der Planung und Durchführung des Ratings (zum Beispiel beim Zusammenstellen der notwenidgen Dokumente) als auch bei der Umsetzung der Rating-Ergebnisse.

Rating Advisory umfasst sämtliche beratenden und unterstützenden Maßnahmen, die im Zusammenhang mit einem Rating-Verfahren bei einer externen Ratingagentur stehen. Aufgrund der in Deutschland kaum vorhandenen Erfahrungen mit Ratingagenturen und deren Vorgehensweise müssen sich die meisten Unternehmen bei einem Initial Rating auf einen Lernprozess einstellen. Daher ist es sinnvoll, wenn ein Rating Advisor mit entsprechendem Know-how hinzugezogen wird.

Die Struktur eines Unternehmens-Rating bildet sich wie folgt ab:

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Der Begriff Rating beschreibt ein Zeugnis, in dem die Kreditwürdigkeit von Schuldnern bewertet und benotet wird. Diese Daten werden dann veröffentlicht und können je nach Ergebnis der Bewertung einen positiven oder negativen Effekt auf das Unternehmensimage haben. Somit kann ein positives Rating das Vertrauen gegenüber Geschäftspartnern, Kunden und Mitarbeitern erhöhen.

Die Gültigkeit eines Ratings ist auf ein Jahr begrenzt.
Die Daten des Ratings liefern die Grundlage zur Preisfindung für Fremdkapital und Zinsen, für jeden einzelnen Kreditnehmer. Wenn z.b. die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens gut ist, so bekommt es einen Kredit zu einem geringen Zinssatz und im Gegensatz dazu bekommt ein Unternehmen mit schlechter Kreditwürdigkeit einen Kredit nur, wenn es einen Risikoaufschlag zahlt.

Ein Rating dient als Entscheidungshilfe für das Vermögensmanagement und ist die Basis für eine adäquate Preisgestaltung eines Investments. Es soll Transparenz und Vergleichbarkeit für Investoren und Gläubiger, hinsichtlich der Finanzlage eines Unternehmens, schaffen.
Es gibt 2 wesentliche Vorteile für MU´s, das sind zum einen die verbesserten Finanzkonditionen und zum anderen die Verbesserung des Unternehmensimages.
Grundsätzlich sollte ein Rating von einer externen Agentur durchgeführt werden, da aber die Banken weiterhin ihre internen Ratings durchführen wollen sind künftig auch interne Ratingsysteme anerkannt. (siehe auch Basel II)

 

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Basel II (Basel zwei) beschreibt die Neugestaltung der Eigenkapitalvorschriften der Kreditinstitute, mit dem Ziel, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu erhöhen. Risiken im Kreditgeschäft sollen besser erfasst werden und somit soll die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter gestaltet werden. Das bedeutet, je höher das Risiko des Kreditnehmers, desto höher muss der Eigenkapitalanteil bei der Kreditvergabe sein. Die Bonität des Unternehmens spielt also eine wesentliche Rolle bei der Vergabe von Krediten (bisher wurde ein einheitlicher Prozentsatz von 8% bei der Vergabe von Firmenkrediten angesetzt).

Pläne legte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht erstmals im 1999-06 vor, seitdem bemüht man sich die neuen Regeln möglichst verträglich und verständlich für Banken und mittelständische Unternehmen (MU´s) zu gestalten. Auch die IHK (Industrie- und Handelskammer) hat sich über den DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) in diese Diskussion mit eingebracht und unterstützt die Unternehmen, sich auf diese Veränderungen einzustellen.
Eine endgültige Fassung der Bestimmungen von Basel II ist am 2003-05-01 erschienen, die dann am 31.12.2006 in Kraft getretten ist. Der Zeitraum dazwischen wurde für Studien genutzt, um die voraussichtlichen Belastungen der Kreditinstitute zu prüfen.
Durch Basel II wird der Wandel im Bereich der Unternehmensfinanzierung stark beschleunigt. Rating soll somit die Finanzierungskosten der mittelständischen Unternehmen senken und neue Finanzierungsquellen erschließen.
Die Kosten für ein externes Rating sind abhängig von der Unternehmensgröße und von den Aufwendungen des Unternehmens während des Verfahrens.

Quelle: www.finanzen-lexikon.de und www.quality.de